Geschichte

St. Bernhard - Bis 1872

St. Bernhard 2011 -augenommen von Alina RäuberSt. Bernhard 2011 -augenommen von Alina Räuber
St. Bernhard 2011 -augenommen von Alina Räuber

 

Mit der Reformation 1557 in Schopfheim wurden badische Unterta­nen zur Übernahme des neuen Bekenntnisses gezwungen. Erst in fol­genden Jahrhunderten erwuchs hier wieder eine katholische Gemeinde.

Um 1860 waren es bereits etwa 670 Katholiken.

 

Anfangs wurden diese von der Pfarrei Lörrach - Stetten betreut, hernach von Höllstein. Später wurde den Katholiken von der ev. Gemeinde eingeräumt, ihre Gottesdienste im Kirchlein des nahen Eichen zu feiern, das somit zur Simultankirche wurde. Dies war aber nur ein vorübergehender Zustand. Um 1870 begannen Bestrebungen, eine neue kath. Kirche zu bauen. Allerdings gab es bei der ev. Gemeinde gleichzeitig Tenden­zen zu einem Kirchenneubau. Infolgedessen kam von evangelischer Seite an die katholische Stiftungskommission der Vorschlag, die alte Kirche St. Michael zu erwerben. Der ev. Pfarrer unterstützte diese Bestrebungen tatkräftig. Aber die ev. Neubaupläne stockten sehr und so zerschlug sich das Vorhaben. Ein kath. Neubau war unumgäng­lich.

Grundsteinlegung der Kirche St. Bernhard


1872 kam es zur Gründung eines Kirchen- und Pfarrhausfonds, 1873 wurde der Bauplatz erworben. Die Pläne arbeitete der erzbi­schöfliche Bauinspektor Lukas Engesser in Freiburg aus, während die örtliche Bauleitung an Johann Siegele in Schopfheim ging. Zunächst gab es erhebliche Meinungsverschiedenheiten darüber, ob eine Flachdecke oder ein Gewölbe eingezogen werden soll. Es blieb beim ursprünglichen Plan mit flacher Decke.

1878 konnte der Grundstein gelegt, 1879 schon der erste Gottesdienst gehalten werden, die feier­liche Einweihung erfolgte 1880. Zum Kirchenpatron wurde der sel. Bernhard von Baden gewählt, der auch Patron der Erzdiözese Freiburg ist. 1899 wurde die Kuratie St. Bernhard zur Pfarrei erhoben.

 

1953-1975- Renovierungsarbeiten

1953 erhielt die Kirche neue Glo­cken. Eine durchgreifende Verände­rung des Inneren, das zuerst mit neuromanischen Dekorationen und Bildern ausgestaltet war, erfolgte 1955-58. Ornamente, Quadermalerei, aber auch Altäre mussten einer neuen, sachlichen Gestaltung wei­chen. Die Wände wurden einheitlich nüchtern im selben Ton gestrichen. Der Bildhauer S. Fricker aus Jestetten schuf neue Statuen wie Holzfi­guren des Gekreuzigten, der Ma­donna und des sel. Bernhard. Die Liturgiereform erforderte eine erneu­te Umgestaltung 1975/76.

Zusätz­lich gewann die Kirche einen neuen Altar und Taufstein, Ambo- und Weihwasserbecken, Tabernakel und Sedilien durch den Bildhauer L. Eder aus Rheinfelden. Neben dem Gestühl erhielt die Kirche neue Glasfenster.

Diese originellen Fenster verbinden reales Ranken- und Blattwerk mit gegenstandsloser Formenwelt.

Der Künstler ist der Glasmaler J. Poensgen aus Düsseldorf.

1979 neue Orgel

1979 erhielt die Kirche eine neue Orgel.

Diese wurde 2006 umfassend überholt.

Baustil

 Der Kirchenbau ist ein einschiffiger Saal mit Flachdecke.

Im Osten fügt sich ein wesentlich schmalerer Chor an, der in halbrundem Apsidenabschluss endet.

Drei Eingänge fuhren durch die Westwand. Das Hauptportal leitet durch den Turm, die Seiteneingänge unmittelbar ins Schiff.

Im Außenbau sitzt der Westturm, teils vor der Fassade, teils ins Schiff integriert.

Die äußere Mauer zeigt Buntsandstein-Quaderwerk. Die Feingliederung des Schiffes bringt in gleichen Abständen Strebepfeiler, die oben mit neuromanischen Blendarkaden den Dachansatz markieren. Diese Arkaden steigen in Giebeln an. Alle Fenster schließen mit Rundbögen, darüber sind reine Kreisfenster angeordnet. Eine Figurennische mit Statue der Himmelskönigin schmückt das dritte Turmgeschoss. Viele Detailformen erinnern an Ausprägungen salischer Romanik. Allerdings sind die architektonischen Massen weniger romanisch gestaltet. Der heutige Saal in seiner großzügigen Gliederung, der statisch weder Pfeiler noch Lisenen bedürfte (auch außen nicht), spiegelt eher klassizistische Grundhaltung wider. Der Turm mit dia­gonalen Strebepfeilern und wimpergartigen Giebeln beschwört eher Gotisches. In der Mehrzahl romanische Detailformen einbringend, aber auch solche aus anderen Stilen, verkörpert der Bau weniger die Neuromanik alleine als mehr den sich eklektizistisch ausprägenden Historismus.